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Pflegeprojekt Rheinbrohler Lay
 
 

Eine der markantesten Ausblicke am Rhein ist der von der Rheinbrohler Lay in Richtung Hammerstein, der hier im Dunst fast verschwindet. 
 
 
 

 

Kurzbeschreibung des Pflegeprojektes Die Flächen oben auf der Lay und auf den zum Rhein steil abfallenden Hängen waren einer starken Verbuschung unterworfen, die auch den Aussichtspunkt betraf. Hier findet seit 1994 eine sukzessive Entbuschung statt, die bislang beträchtliche Flächen freigestellt hat. 
Die Abbildung zeigt die Flächen auf der Höhe mit Blick auf den Aussichts-Pavillon. Die alten Eichen wurden stehen gelassen, eine starke Verbuschung aus Brombeeren und Robinien wurde beseitigt. Das geschah z.t. mit Hilfe einer Pioniereinheit der Bundeswehr. Der Blick in die Gegenrichtung
Gepflegte Flächen mit neu gepflanzten Obstbäumen. Durch die Pflege werden die alten Terrassen sichtbar, die auf eine wirtschaftliche 
Nutzung in der Vergangenheit hinweisen. 
  ... die gleiche Fläche im Winter

Die Verbuschung war und ist stellenweise so dicht, das alle andere Vegetation erstickt wurde. 
Zu den Arten, deren Vorkommen hier bedroht war, gehört z.B. die Goldaster, die ihrerseit wieder Nahrungspflanze ist für die Raupen seltener Schmetterlingsarten, die ebenfalls hier noch nachgewiesen werden konnten

Auf den gepflegten Flächen zeigen sich im Frühjahr die Primeln.
Kontakt zur Gruppe: 

Hermann J. Heimbach Tel 02635/3998, E-mail hajo_heimbach@t-online.de

Berthold Hühner Tel: 02635/4179
 
 
 

 

und ein dichter Bestand des Salomonssiegels
Kulturlandschaft Mittelrhein am Beispiel der Rheinbrohler Ley
    von Hermann J. Heimbach        
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Landschaft des Mittelrheintals durch den Rückgang der Bewirtschaftung stark verändert. An vielen Stellen, so auch in Rheinbrohl, droht die typische, den Mittelrhein prägende Kulturlandschaft zu verschwinden, anstelle von Weinbergen und Streuobstwiesen wachsen große Hangbereiche zunächst mit Büschen, und dann mit Bäumen zu.

Verursacht wird diese natürliche Sukzession dadurch, dass die Eigentümer ihre Grundstücke nicht mehr nutzen und damit auch nicht mehr pflegen. Verbuscht aber eine Fläche, so werden den angestammten Pflanzen und Tieren nach und nach die Lebensbedingungen entzogen, (z.B. Licht und Wärme), sie verschwinden und werden durch andere Pflanzen und Tiere ersetzt.
Damit droht unsere, den Mittelrhein prägende Kulturlandschaft, mit ihrer charakteristischen Fauna und Flora, die unsere Vorfahren oft in mühevoller schweißtreibender Arbeit geschaffen haben, zu verschwinden.
Wissenschaftliche Untersuchungen belegen eindrucksvoll, dass durch die Verbuschung der Kulturlandschaft die Artenvielfalt drastisch vermindert wird. Oberstes Ziel eines zeitgemäßen Natur- und Umweltschutzes sollte aber gerade die  Erhaltung der Artenvielfalt (Biodiversität) sein. 
Flora und Fauna auf der Rheinbrohler Ley sind noch(!) besonders reichhaltig, hervorzuheben, weil für die Lebensräume charakteristisch, sind z.B.: Felsenbirne, Goldaster, Echtes Labkraut, Kartäusernelke, Gemeine Pechnelke, Heidenelke, Wiesen Schlüsselblume, Gemeines Sonnenröschen, Wiesensalbei, Zweiblatt, Thymian, Kleines Habichtskraut, Bergjasione, Flügelginster, Fransen-Enzian und Gemeine Kuh(Küchen)schelle. Besonders gut sind die Schmetterlinge untersucht, 23% der nachgewiesenen Arten sind in der neuesten Roten Liste für die Bundesrepublik Deutschlands enthalten und gelten deshalb als besonders schützenswert.  Aufgrund ihrer außerordentlichen Bedeutung ist die Rheinbrohler Ley zusammen mit der Hammersteiner und der Erpeler Ley in das Biotopvernetzungsprogramm im Naturpark Rhein-Westerwald aufgenommen worden.
Um die gefährdete Kulturlandschaft Mittelrhein zu erhalten und damit die noch vorhandene  Artenvielfalt  zu stabilisieren, haben HERMANN J. HEIMBACH und BERTHOLD HÜHNER vor 7 Jahren das Projekt Rheinbrohler Ley ins Leben gerufen. 

 
Auf Grund der außerordentlichen Bedeutung der Streuobstwiesen für die Biodiversität (Artenvielfalt) wurde der Pflege und Wiederanlage von Streuobstwiesen  innerhalb des Projekts Rheinbrohler Ley  ein besonderer Stellenwert eingeräumt. Auf einer Fläche von ca. 4 Hektar wurden alte Birn- und Apfelbäume freigestellt und wenn möglich, durch einen  Sanierungsschnitt gepflegt.
Bis heute über 60 neue Hochstamm-Obstbäume (vorwiegend Alte Apfelsorten) gepflanzt. Dabei wurde auf einen besonders großzügigen Abstand zwischen den Bäumen  geachtet, um so die Vielfalt der Lebensräume zu steigern. Alte, ökologisch noch wertvolle, höhlenreiche Obstbäume wurden nicht entfernt, sondern im Lebensraum belassen, sie sollen später durch die neu gepflanzten Hochstämme ersetzt werden. 
Nistkästen für Höhlenbrüter Eulen und  Fledermäuse wurden angebracht.
Streuobstwiesen müssen regelmäßig gemäht werden; hierbei  wird von uns die Streifenmahd bevorzugt, so können z. B. Insektenlarven  von der gemähten Fläche auf den ungemähten Streifen übersiedeln. Einige Tage nach der Mahd wird das Mähgut eingesammelt und deponiert.
Durch das Wegräumen und Deponieren des Mähguts ist es und bereits gelungen, die gepflegten Flächen auszumagern,  was sich sehr positiv auf Vielfalt  von Fauna und Flora  ausgewirkt hat.
 
War die Aktion zuerst die Idee weniger Einzelkämpfer, so wird sie heute allseits anerkannt und durch viele Bürgerinnen und Bürger von Rheinbrohl unterstützt.  
Lange Zeit wurden die Arbeiten durch Mitglieder des Förderverein der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg initiiert und durchgeführt. 
Um möglichst viele Rheinbrohler Gruppierungen in das Projekt einzubinden, hat man sich im Frühjahr 2005 von dem Förderverein einvernehmlich getrennt, um einen eigenen Verein zu gründen, der sich ausschließlich dem Naturschutz und der Pflege der Kulturlandschaft in Rheinbrohl widmen wird.   
HERMANN J. HEIMBACH und BERTHOLD HÜHNER halten Kontakt zu ausfindig gemachten Grundstückseigentümern auf der Rheinbrohler Ley, koordinieren  die notwendigen Arbeitseinsätze, verwalten Zuschüsse und eingehende Spenden und entscheiden über den Erwerb notwendiger Geräte. 
Jeder, der mithelfen will, die  Natur- und Kulturlandschaft in Rheinbrohl zu pflegen und zu erhalten, ist herzlich eingeladen, mitzumachen. 
 
 
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